Kleopatra bittet zum Mahl
Wandbehang in der Kapelle erzählt besondere Geschichte

Darstellung eines pikanten Mahls: Der Wandbehang in der Schlosskapelle zeigt Kleopatra mit der Perle in der Hand, die sie in einen muschelförmigen Becher wirft.Burg Bodenstein (tlz). Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Freundeskreises "Bodensteiner Burgführungen" freuen sich, mit dem begonnenen Winterhalbjahr samstags sowie an Sonn- und Feiertagen zwei Führungen anbieten zu können. Jeweils um 14.30 und um 15.30 Uhr führen die ehrenamtlich Tätigen die Gäste durch die Burg. In der Woche können Rundgänge unter 036074/97122 vereinbart werden.
Abschluss und Höhepunkt jeder Burgführung bildet die barocke Schloßkapelle. In ihr können die Besucher u.a. einen Wandbehang aus dem 17. Jahrhundert mit antiken Motiven bewundern. Eine Szene des Wandbehangs höllandischer Herkunft zeigt "Das Gastmahl der Kleopatra". Der Focus wird hier auf eine Momentaufnahme des Untergangs der römischen Republik gerichtet. Der Ort des Geschehens ist Alexandria, wo die letzte ägyptische Königin, Kleopatra VII., den römschen Feldherren und Staatsmann, Marcus Antonius, zum Gastmahl lädt.
Dieses Festessen ist nach Plinius dem Älteren als Beispiel größter Verschwendungssucht in die Geschichte eingegangen: Kleopatra wettete mit Antonius, dass sie bei einer Mahlzeit zehn Millionen Sesterzen verzehren könne. Die Königin löste in scharfem Essig eine überaus seltene Perle auf, trank die Lösung und gewann somit die Wette.
In Malerei, Literatur, Musik und Film griff man dieses antike Sujet - die Liebesbeziehung von Antonius und Kleopatra- auf, da man sowohl fasziniert als auch abgestoßen war von diesem historisch belegten Geschehen.
TLZ v.29.10.2002
 

Kleopatra zu sehen in der Schlosskapelle
Leinwand aus dem 17. Jahrhundert zeigt die Königin

Ausschnitt aus dem Wandbehang: Kleopatra mit Marcus Antonius nach der verlorenen Schlacht bei ActiumBurg Bodenstein. (tlz/ebe) Im Ägyptischen Museum in Berlin zieht derzeit ein Papyros mit der vermeintlichen Unterschrift von Kleopatra Besucher in seinen Bann. Wer nicht mit jenem Erlass zu Gunsten des Crassus, den Kleopatra 33 v.Chr. mit "So sei es" gezeichnet haben soll, sehen kann, dem bietet Burg Bodenstein in der Schlosskapelle ein Bildnis der legendären Königin: eine bemalte Leinwand aus dem 17. Jahrhundert, ein Kunstwerk niederländischer Herkunft. Der Wandbehang zeigt Szenen, die Kleopatra, den römischen Staatsmann Marcus Antonius und Octavian, den späteren Kaiser Augustus,

 

im Gesamtbild vereinen, macht Peter Weber vom Bodenstein-Kulturmarketing aufmerksam. Die letzte Szene stelle die sterbende Kleopatra dar, wie sie durch einen Schlangenbiss den Freitod wählte. Übrigens bietet der Freundeskreis "Bodensteiner Führungen" auch in der Winterzeit samstags, sonn- und feiertags von 14.30 bis 15.30 Uhr und nach Vereinbarung (036074-97122) Führungen an.
TLZ v.4.11.2000 Foto: Peter Weber